Landschaftspflege

Besonders bei schwierig zu bewirtschaftenden Grünflächen und bei Brachland ist die landwirtschaftliche Nutzung eine nicht zu übersehende Aufgabe. Insbesondere die Freihaltung von Lebensräumen bedrohter Tierarten, die auf offene Landschaftsbereiche angewiesen sind, war bisher eine nützliche Folge üblicher Landbewirtschaftung, die mehr und mehr zurückgeht. Hier ist die extensive Wildrinderhaltung mit Auerochsen ein ausgezeichneter Weg, ökologische und ökonomische Belange im Gleichgewicht zu halten. Die Verbuschung und Ausdehnung des Waldes auf Kosten des Grünlandes über ein ökologisch zulässiges und ökonomisch sinnvolles Maß hinaus ist genauso wenig eine Lösung wie die Versteppung oder das “Einheitsgrün” einer aufgelassenen Alm, auf der sich die Rasenschmiele ausgedehnt hat und keine anderen Pflanzen mehr hochkommen läßt.

(Bild: Auszug aus einer Machbarkeitsstudie der PGNU www.pgnu.de vom Juni 2004)

Gerade bei solch schwierigen Verhältnissen, wo Grünland oder Brachflächen und Feuchtwiesen weit ab vom Hof liegen und nicht täglich versorgt werden können, bietet sich eine Wildrinderhaltung ohne Stall an. Die Kälte- und Schneeverträglichkeit der Auerochsen läßt es zu, daß solche Flächen auch im Winter arbeitsextensiv genutzt werden können. Mit einem beweglichen Futterschlitten kann für mehrere Tage das Rauhfutter vorgelegt werden. Wiesen und Weiden gehören zu unserer Landschaft und können auf diese Weise erhalten werden. Die Extensivierung der landwirtschaftlich genutzten Flächen ist jedenfalls einer Stillegung mit ihren unübersehbaren Folgen vorzuziehen.

Die übliche Mutterkuhhaltung mit winterlicher Stallhaltung ist nur in der Nähe des Wirtschaftsgebäudes möglich und damit nur bedingt und mit erheblich mehr Arbeitsaufwand einsetzbar. Ebenso ist die Schafhaltung in Gebieten mit strengem Winter von der Arbeitsextensivität nicht vergleichbar. Eine erfreuliche Nebenwirkung der hier vorgestellten Haltungsform ist die Tatsache, daß die Entmistungsarbeit völlig entfällt und es auch keine überdüngten Felder gibt. Die Wiesen reagieren mit einer üppigen Flora, die auch den selten gewordenen Tierarten wieder eine Lebensgrundlage bietet.

Wirtschaftlichkeit >

1 Kommentar

  1. Hallo,
    möchte Sie hiermit auf eine in der Landschaftspflege eingesetzte, zum Elbhochwasser 2013 wegen Fahrlässigkeit elendig ertrunkene Herde von Heck-Rindern und Koniks himweisen.

    Näheres nachzulesen unter http://nabu-tiere-info.webnode.com/

    Gruß – Anne

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