Futter

Die Genügsamkeit der Wildrinder erlaubt eine Versorgung mit 100 % Wirtschaftsfutter. Im Sommer wird im Normalfall nicht zugefüttert. Durch die Haltung auf einer Standweide entwickeln sich kräuterreiche und bodendichte Wiesen. Düngen der Wiesen entfällt bis auf eine gelegentliche Gabe von Steinmehl oder Kalk. Im Winter wird nur Rauhfutter auf wechselnder Fläche im Freien vorgelegt. Dadurch wird erreicht, dass das Futter so proportioniert werden kann, dass alle Herden-Mitglieder gleichzeitig fressen können, keine Rangkämpfe stattfinden und kein Futterverlust zu beklagen ist. Es ist die natürlichste Form der Fütterung, die einer normalen Futteraufnahme im Sommer entspricht und die Herden-Einheit in Bezug auf Fress- und Ruhephasen auch im Winter gewährleistet. Heuraufen eignen sich weniger, da die Tiere sich vermehrt dort aufhalten und ein Futterverlust von bis zu 40 % entsteht. Nur bei sehr weit abgelegenen Weideflächen ist der Einsatz von Heuraufen vertretbar. Bei einer 30 köpfigen Herde inkl. Nachzucht hat sich als ideale Menge das zweimalige Füttern pro Tag mit je 10 Pressballen normalen Formates oder einem Rundballen herausgestellt. Das sind pro Tier und Tag im Durchschnitt – je nach Alter, Witterungslage und gewachsenem Futterangebot – ca. 6 bis 10 kg Rauhfutter.

Das Heu kann auf einem vorübergehend abgetrennten Teil der Standweide geerntet werden. Es sollte – je nach Höhenlage, Niederschlagsmenge und Witterungsverhältnissen – nur ein Schnitt im Juni bis August erfolgen, sodaß die Gräser natürlich aussamen können. Anschließend wird die Fläche wieder beweidet. Dem Bedarf entsprechend kann Heu zugekauft werden. Im Sommer wie Winter werden Äste von Laub- und Nadelhölzern, sowie kleinere umgelegte Bäume zur zusätzlichen mineralischen Versorgung gerne aufgenommen. Soweit möglich, sollte jeder Weidefläche ein ausreichend großes Mischwaldgebiet zugeordnet werden, um diese natürliche Mineralversorgung sicher zu stellen. In selenarmen Gebieten, oder wenn diese Waldbereiche fehlen, ist darauf zu achten, dass über Lecksteine wichtige Minerale und insbesondere Selen zugeführt wird. Die Kälber trinken meist bis zur nächsten Abkalbung. Die ausreichende Rauhfutterversorgung der Mütter hat sich deshalb als besonders wichtig herausgestellt. Auch bei Temperaturen von weniger als -25 ° C saufen die Kälber im Freien und es konnten dabei keinerlei Behinderungen festgestellt werden. Bereits nach zwei Wochen nehmen die Kälber Halme und Gräser auf und sind fester Bestandteil der Herden-Struktur.

Die Wasserversorgung erfolgt am besten aus einer natürlichen Wasserquelle. Ein kleiner Bach oder See bietet den Tieren nicht nur die tägliche Wasserversorgung, sondern wird auch gerne zur Abwechslung aufgesucht. Sofern keine natürliche Wasserversorgung vorhanden ist, sollte mittels einer kleinen Dauerpumpe ein ausgehöhlter Baumstamm mit fließendem Wasser befüllt werden. Selbsttränken, wie sie in der üblichen Alm- oder Weidewirtschaft benutzt werden, eignen sich wegen der Kälber weniger. Die Wasserstelle sollte gleichzeitig mehreren Tieren den Gang zur Tränke ermöglichen.

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